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Schimmelbefall — richtiges Lüften

Schimmelbefall hat stets mit Feuchtigkeit zu tun.

Dies kann viele Ursachen haben, wie z.B.

  • Wärmebrücken
  • Baurestfeuchte
  • eindringende Feuchtigkeit von außen
  • aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden
  • Möblierung und Wandverkleidungen an Außenbauteilen
  • falsches Lüftungs- und Nutzerverhalten

Die Beseitigung der Feuchtigkeitsursachen ist die einzige Möglichkeit, die Entstehung von Schimmelpilzen dauerhaft zu verhindern.

Baurestfeuchte

Jeder Neubau muss zunächst als ein feuchtes Bauwerk betrachtet werden, da die Verarbeitung der meisten Baustoffe (z.B. Gips, Mörtel, Beton) erhebliche Mengen an Wasser erfordert. Das gebundene Wasser trocknet erst über einen längeren Zeitraum aus, wodurch beim Erstbezug ein besonders sorgsamer Umgang mit dem Gebäude notwendig ist. Die Restfeuchte muss aus dem Gebäude ausgetrocknet werden. Sie kann nur durch erhöhte Beheizung und Belüftung der Räume nach Bezug der Wohnung abtransportiert werden.

Nutzer und Lüftungsverhalten

Besondere Bedeutung im Zusammenhang mit Schimmelbefall kommt dem Nutzer- und Lüftungsverhalten der Bewohner zu. Etwa 70 bis 80 Prozent der Beschwerdefälle sind auf falsches Benutzerverhalten zurückzuführen, nur wenige Fälle auf Baumängel. Oft vermischen sich auch schlechte Lüftungs- und Heizungsgewohnheiten mit Baumängeln. Um das Benutzerverhalten zu analysieren, ist eine Messung des Raumklimas über einen längeren Zeitraum erforderlich. Die Aussagekraft dieser Messungen wird anhand des folgenden Auszuges einer Mess-Serie dargestellt. In einem Neubau (Baujahr 1995) wurden 1996 wegen einer starken Kondensation an den Fenstern, insbesondere im Schlafzimmer (20 m² Nutzfläche, 2,5 m Raumhöhe), Messungen durchgeführt. Das Gebäude ist ein Ziegelbau mit zweifach isolierverglasten Fenstern (U-Wert des Glases = 3 W/m²K).

Die Messungen zeigen, dass durch menschliche Aktivität die Luftfeuchtigkeit während der Nacht auf bis zu 70 Prozent ansteigt, gleichzeitig steigt auch die CO2 Konzentration nahezu auf das Niveau der Maximalen- Arbeitsplatz-Konzentration von 5000 ppm. Der Raum wird offenbar während der Nacht nicht gelüftet und auch die Tür zu anderen Räumen bleibt geschlossen. Am Morgen wurde zweimal gelüftet. Liegt die Oberflächentemperatur des Fensterglases unter der Taupunkttemperatur der Raumluft, tritt Kondensation auf.

Die Ergebnisse zeigen, dass in den ersten 15 Stunden beinahe ständig Kondensation auftritt. Nach zweimaligem Lüften wird die Kondensation bereits verringert. Es bestätigt sich, dass offensichtlich zuwenig gelüftet wird, um die im Neubau vorhandene Baufeuchtigkeit abzutransportieren.

Austrocknen eines Gebäudes über den Winter

Während der Sommermonate kann die warme Luft viel Feuchtigkeit aufnehmen. Diese Feuchtigkeit wird auch in den Bauteilen eingelagert. Erst während der Wintermonate kann diese Feuchtigkeit durch Lüftungstätigkeit wieder an die Umgebung abgegeben werden. Das Diagramm verdeutlicht diesen Austrocknungsprozess.

Die relativ hohe Luftfeuchtigkeit zu Beginn der Heizperiode führt vor allem während dieser Zeit zu Kondensationsproblemen an kalten Bauteiloberflächen. Um diese Kondensation und das in der Folge auftretende Schimmelwachstum zu vermeiden, sollte vor allem in den ersten Wintermonaten gut gelüftet und geheizt werden.

Richtiges Lüften

In einem 4-Personen-Haushalt werden täglich bis zu 10 Liter Wasser an die Raumluft abgegeben. Diese Feuchtigkeit ist auf dem schnellsten Weg ins Freie abzuführen. Dafür lassen sich einfache Regeln aufstellen:

Die Belüftung der Wohnung sollte mindestens dreimal täglich vorgenommen werden. Zumindest morgens nach dem Aufstehen, um die während der Schlafphase angefallene Feuchtigkeit von Personen und Pflanzen zu entsorgen. Dann tagsüber oder bei Berufstätigen beim Eintreffen in der Wohnung und vor dem Schlafengehen.

Die am weitesten verbreitete Lüftungsart - das gekippte Fenster- führt meist zu mehrfach überhöhten Luftwechselraten, weil die einströmenden Luftmengen unterschätzt werden. Die Energieverluste sind dadurch größer als bei der Stoßlüftung. Das Auskühlen der Räume und Inneneinrichtungen erhöht außerdem die Wahrscheinlichkeit der Feuchtigkeitsbildung durch Kondensation.
Soll die Raumluft energiesparend in kurzer Zeit komplett ausgetauscht werden, ist die geeignetste Lüftungsmethode die Querlüftung. In der Wohnung muss ein Durchzug möglich sein. Bei weit geöffneten Fenstern und Türen gegenüberliegender Räume zieht eine kräftige Luftbewegung auch Luftpolster aus Nischen oder Ecken ab.

Die Dauer der Belüftung richtet sich nach der Außentemperatur. Der Belüftungsvorgang sollte 5 bis 15 Minuten dauern. Faustregel: zumindest solange Lüften, bis sich keine Feuchtigkeit mehr an der kalten Außenseite der geöffneten Fenster niederschlägt.

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