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Aus Plattenbaugebiet entsteht Gartenstadt

FREIES WORT

03.03.2011 10:41

Aus Plattenbaugebiet "101" soll eine "Gartenstadt" werden
Das Wohngebiet Allendorf ist zwar erst knapp 30 Jahre alt, aber längst nicht mehr zeitgemäß. Der Stadtrat hat sich Gedanken gemacht, wie das Wohngebiet wieder attraktiv werden kann.
Bad Salzungen - Im Jahr 1974, so ist es in der Salzunger Chronik nachzulesen, feierte man die Grundsteinlegung für das Wohngebiet "101". Sechsstöckige Plattenbauten schossen wie Pilze aus dem Boden. Die modernen Wohnungen im Neubaugebiet waren zu DDR-Zeiten begehrt. Mit der Wende änderte sich das. Immer mehr Menschen kehrten der Stadt den Rücken, der Leerstand nahm zu. Ganze Blöcke waren überflüssig und wurden in den letzten Jahren abgerissen. "Dieser Stadtteil hat nach der Wende am meisten gelitten", schätzt Bürgermeister Klaus Bohl ein.

Preiswerte Mieten in zum Teil unsanierten Wohnungen zogen vor allem Menschen mit nicht gefestigtem sozialen Hintergrund an. Auch viele Bürger aus der ehemaligen Sowjetunion ließen sich hier nieder. Inzwischen gehört die "101" nicht mehr zu den beliebten Wohngegenden der Stadt. Das will der Stadtrat ändern. "Das Wohngebiet hat jede Menge Potenzial", erklärt der Bürgermeister. Die Infrastruktur sei hervorragend, es gebe einen sanierten Kindergarten, eine Grund- und eine Regelschule, ein Jugendfreizeitzentrum und einen großen Park mit Spielflächen. "Dieser Bereich hat alles, was man für ein Wohngebiet braucht", so Bohl. Und dazu noch einen schönen Blick ins Werratal. "Deshalb haben wir uns Gedanken gemacht, wie man den Stadtteil entwickeln kann."

Man hat einen Stadtplaner beauftragt, eine Vision zu entwickeln. Aus dessen Sicht kann die triste "101" in den nächsten Jahren mit viel Grün und viel Platz für Ein- und Mehrfamilienhäuser zur "Gartenstadt" werden. Das braucht aber Zeit, viel Zeit sogar. Die Rahmenplanung sieht zehn bis 15 Jahre vor.

Erste Schritte werden der weitere Abriss leer stehender Immobilien sein. "Das ehemalige Altenheim haben wir schon abgerissen", sagt Klaus Bohl. Jetzt bemühe sich die Stadt um den ehemaligen Rewe-Markt und die ehemalige Gaststätte "Thüringer Wald". Über das Förderprogramm "Soziale Stadt" kann man auf Fördermittel für den Abriss der mitten im Wohngebiet gelegenen Objekte hoffen.
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Vorzeigeobjekt Stadtvilla: Ein alter Plattenbau wurde geteilt und verkleinert.

"Wenn uns das gelingt, wäre es eine deutliche Aufwertung für das Wohngebiet." Dann wären auch die freien Flächen oberhalb des Jugendfreizeitzentrums für eine Wohnbebauung interessant. Auf den Terrassen sind Ein- und Mehrfamilienhäuser vorstellbar. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft und die Wohnungsbaugenossenschaft zeigen Interesse, die Stadt bei der Entwicklung der Flächen zu unterstützen. Einen Schritt in die richtige Richtung hat die Wohnungsbaugesellschaft bereits mit dem Umbau eines Blocks in zwei attraktive Stadtvillen gemacht.

Auch auf dem Plateau könnten in 15 oder 20 Jahren kleinere Häuser stehen, wenn irgendwann weitere Plattenbauten abgerissen werden. Angst um seine Wohnung braucht aber kein Bürger zu haben. Abgerissen wird erst, wenn ein Block leer steht und nicht mehr gebraucht wird. Baugrundstücke soll es auch auf dem nicht mehr genutzten Sportplatz neben der Poser-Halle geben. "Wir werden dem Stadtrat vorschlagen, einen Bebauungsplan über das Gebiet zu legen und Baugrundstücke zu erschließen", erklärt der Bürgermeister. Auf dem Gelände des "Thüringer Waldes" ist eine Mischnutzung aus Handel, Dienstleistung und Wohnen angedacht.

"Das sind alles mittel- und langfristige Ziele", fügt Klaus Bohl hinzu. Schritt für Schritt werde man die Rahmenplanung für das Wohngebiet in den nächsten Jahren umsetzen - damit aus dem Plattenbaugebiet "101" eine kleine "Gartenstadt" wird. mö

 

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